UGL - Markt Egloffstein
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AKTUELL
Liebe Egloffsteiner Bürger!
Der Einbau von Ultrafiltrationsanlagen in den drei kommunalen Wasserversorgungen hat viel Geld gekostet. Die Summe von 436.000 Euro wurde über Einzelbescheide direkt von uns Bürgern finanziert. Das hat viele geschmerzt und auch etliche verärgert. Aber die Entscheidung unsere Quellen langfristig zu sichern war richtig und zukunftsweisend!
Der Ausverkauf des unverzichtbares Grundnahrungsmittel geht weltweit zügig weiter, mit schlimmen Folgen für Bürger, Städte und Kommunen. Dies zeigt eine neue Film-Dokumentation über Wasserverkäufer und ihre Praktiken. Filmstart ist im September 2010. In unserer Nähe läuft "Water Makes Money" ab 23. September im Babylon-Kino in Fürth. Informationen zum Film gibt es unter http://www.watermakesmoney.com/de/startseite.html.
Ich möchte Ihnen den Film ans Herz legen; denjenigen, die jahrelang gegen massine Widerstände von vielen Seiten, für den Erhalt unserer eigenen Egloffsteiner Trinkwasserversorgung eingetreten sind, aber auch denen, die dem Projekt kritisch gegenüberstanden, bzw. stehen.
Mit freundlichen Grüßen
Uta Hofmann
Vorstand Wasserschutzgemeinschaft
 
Weltwassertag 2010
"Sauberes Wasser für eine gesunde Welt" unter diesem Motto wird am 22.März der Weltwassertag 2010 begangen. Die Vereinten Nationen möchten mit dieser Initiative auf die Bedeutung der Wasserqualität aufmerksam machen und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Wasservorkommen fördern. Denn Wasser ist die Basis für das Leben auf der Erde und eine schlechte Wasserqualität beeinträchtigt nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit des Menschen. Mehr als 1,5 Millionen Kinder sterben jedes Jahr an Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser übertragen werden. Fehlender Gewässerschutz in vielen Ländern der Erde ist die Ursache für die enorme Verunreinigung von Flüssen, Seen und des Grundwassers. Pro Tag werden zwei Millionen Tonnen Schmutzwasser in die Gewässer eingeleitet, Entwicklungsländer sind dabei besonders betroffen. Etwa eine Milliarde Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, und über 2,5 Milliarden leben ohne ein funktionierendes Abwassersystem. Durch die Folgen des Klimawandels, mit anhaltender Trockenheit und häufigen Überschwemmungen, steht immer weniger sauberes Trinkwasser zur Verfügung. 2003 brachte sich das Wasser sich selbst in die Schlagzeilen, als Trinkwasser in Italien knapp wurde, Schiffe auf dem Vater Rhein keine Handbreit Wasser unterm Kiel hatten, Reaktoren mangels Kühlwasser abgeschaltet werden mussten und die Pegelstände in deutschen Talsperren auf Rekordtiefmarken absanken. Die andere Seite der Medaille: Nach Sturzfluten musste Südfrankreich im Dezember Land unter melden. Unterdessen drohen in den Dürrezonen der Erde bewaffnete Konflikte ums kostbare Nass. Der Weltwassertag ist eine Initiative der Vereinten Nationen und wird seit dem Jahr 1993 jährlich begangen. Mehr Informationen erhalten Sie hier....
 
  
Trinkwasserversorgung Egloffstein
Wasser war in den letzten 30 Jahren eines der wichtigsten Gemeindethemen. Der Erhalt der eigenen Quellversorgung lag sehr vielen Bürgern am Herzen. Sie waren in ernster Sorge, daß ein Jahrhunderte altes Erbe der Interessenspolitik von Ämtern, Behörden und einigen wenigen Energie - Großunternehmen geopfert werden sollte. Das wäre nicht nur mit immensen Kosten verbunden, sondern auch nie mehr rückgängig zu machen gewesen.
Die UGL-Gemeinderäte arbeiteten eng mit der Wasserschutzgemeinschaft zusammen. Dadurch wurde in den letzten Jahren vieles erreicht. Mit der Sanierung der Arlesbrunnenquelle, der teilweisen Erneuerung der Ortsnetze, dem Einbau von UV- Anlagen, dem Bau von Hochbehältern, der Ausweitung des Wasserschutzgebietes und dem Bau der Kanalisationen in den Ortsteilen, konnte die Trinkwasserqualität und die Versorgungssicherheit im Gemeindegebiet drastisch verbessert werden. Trotzdem kam es durch ungünstige Witterung und schlechter Filterung im Karst immer wieder zu Eintragungen u.a. von Colibakterien und coliformen Keimen. Seit 2006 bestand deshalb eine Chlorierungsanordnung für die Trinkwasserquellen.
2007 wurde im Gemeinderat erstmals über den Einbau einer der neuesten Technik entsprechenden UV-Anlage in den drei Quellen nachgedacht.
Am 20. Mai 2008 beschloss der Gemeinderat einstimmig die Vergabe für den Einbau von Ultrafiltrations-Anlagen in den drei gemeindlichen Trinkwasserquellen Arlesbrunnen, Affalterthal und Hundsboden. Damit war der entscheidende Schritt zum Erhalt der eigenen Wasserversorgungen getan. Neueste vollautomatische Technik ermöglicht nun die Reinhaltung mittels spezieller Membranen, die Trübungen, Keime und sonstige Verunreinigungen herausfiltern. Eine nachgeschaltete UV-Bestrahlung desinfiziert das Trinkwasser. Eine Chlorierung ist damit nicht mehr erforderlich.
Gute Vorarbeit leistete zu dem Projekt das Ingenieurbüro Dürrschmitt aus Nürnberg. Herr Dürrschmitt regte u.a. eine Bündelung der Ausschreibungen mit den Gemeinden Leutenbach und Unterleinleiter an, um Kosten zu sparen.  
Den Zuschlag erhielt die BHU-Umwelttechnik GmbH aus Stuttgart-Filderstadt. Seit 2009 versorgen nun die Anlagen die Bürger mit einwandfreiem Trinkwasser. Die Gesamtkosten für die drei Trinkwasseranlagen mit Installierung betrugen 436.000 Euro und wurden per Einzelbescheid auf die Bürger umgelegt. Herangezogen wurden nur die Ortsteile Affalterthal, Egloffstein, Egloffsteinerhüll, Hundsboden, Hundshaupten und Mostviel, die dieses Wasser nutzen. Eine wichtige Investition für die nächsten Jahrzehnte zur Sicherung der eigenen Quellen und unserer Gesundheit.
 
Die kommunale Selbstverwaltung des Trinkwassers ist so kostbar wie das Wasser selbst !
Durch die Sanierung und den Erhalt der Quellen bleibt der Markt Egloffstein mit drei reichsprudelnden Quellen Eigentümer der Trinkwasserversorgung. Das ermöglicht es ihm, die Preise auch in Zukunft stabil zu halten. Im Gegensatz zu privaten Unternehmen steht bei der Kommune die Versorgungssicherheit und nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund. Schmerzhafte, weil teure Erfahrungen machen schon jetzt Kunden und Kommunen mit Fernwasseranschluss, denn sie werden, wie bei Strom und Gas auch, immer heftiger zur Kasse gebeten, ohne Einfluss auf die Preisentwicklung nehmen zu können. Aus transporttechnischen Gründen ist dieses gelieferte Wasser zusätzlich immer chloriert.

Wie sieht es anderswo aus?
Wir sehen am Beispiel von privatisierten Wasserversorgungen in Großbritanien und Frankreich, dass durch die Gewinnorientierung der Unternehmen, Erhaltungsmaßnahmen wie z.B. Wasserschutz, Leitungspflege und -sanierung,vernachlässigt werden. Die Folgen sind katastrophal, denn in weiten Teilen entspricht das kostbare Nass nicht mehr der Trinkwasserverordnung. Immense Leitungsverluste erhöhen den Wasserpreis.

Den großen Trinkwasserkonzernen in Frankreich gehören auch große Teile der Mineralwassergewinnung im Lande! Abgefülltes Tafelwasser ist im Schnitt hundertmal teurer als Trinkwasser. Schon machen die großen französischen Wasserkonzerne Druck in Brüssel. Bis jetzt gilt Trinkwasser als "lebenswichtiges Gut" und gehört zur "Daseinsvorsorge". Trinkwasser ist dadurch besonders geschützt und unterliegt strengen Regulierungen (Brüsseler Trinkwasserverordnung 2003 ). Genau das steht aber den Wasserkonzernen im Wege, um europaweit tätig werden zu können. Mit viel Fleiß und Lobbyarbeit finden sich immer wieder Abgeordnete die sich mit Eingaben dafür einsetzen, Trinkwasser als normales Handelsgut einzustufen. Sollte dies gelingen, wäre der bisherige Schutz ausgehebelt.

Trinkwasser als Handelsware
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie:
Das Schlagwort Wasser als Handelsware beschreibt die politischen und wirtschaftlichen Bestrebungen, die Wasserversorgung privatwirtschaftlich zu organisieren und nicht durch staatliche oder kommunale Einrichtungen. Dabei gibt es zum einen die Möglichkeit die gesamte Infrastruktur, wie Brunnen, Wasserspeicher und Leitungssysteme, in privates Eigentum zu überführen (z. B. Großbritannien), oder lediglich die Verwaltung der Wasserversorgung meist über zeitlich beschränkte Konzessionen privatwirtschaftlich zu organisieren (z. B. Frankreich). In ihren entwicklungspolitischen Empfehlungen legen Weltbank und WTO bei der Privatisierung der Wasserversorgung die Einrichtung einer Regulierungsbehörde nahe, um die Aktivitäten der Unternehmen zu überwachen.
Begründet wird dies mit der Überzeugung, dass privatwirtschaftliche Betriebe effizienter arbeiten als staatliche Monopole. Neben den Einsparungen für den Staat erhofft man sich Verbesserungen in Bezug auf die Qualität der Wasserversorgung. Eine höhere Effizienz der privaten Wasserversorgung konnte im Vergleich mit kommunalen Einrichtungen empirisch allerdings zumindest für Industrieländer nicht nachgewiesen werden.
Kritisiert wird an der Privatisierung unter anderem, dass private Unternehmen oft nicht bereit seien, langfristige und kapitalintensive Investitionen in Infrastruktureinrichtungen vorzunehmen. So litt die vollständig privatisierte Londoner Wasserversorgung an zahlreichen Leckagen, weil die Sanierung des veralteten Leitungsnetzes entgegen einer Vereinbarung mit der Regulierungsbehörde von dem Wasserversorger verschleppt wurde.
Kritiker befürchten zudem, dass aufgrund der Privatisierung den armen Teilen der Bevölkerung der Zugang zum Wasser verweigert werden könnte und ökologische Grenzen der Nutzung nicht beachtet würden. Besonders betroffen von einem eventuellen Preisanstieg wären ärmere Menschen, die dann möglicherweise die Kosten für Trinkwasser nicht mehr aufbringen könnten.
Soweit sich ein internationaler Wassermarkt etabliert hat, wird er von wenigen französischen und britischen Konzernen wie Veolia Water (vormals Vivendi), Suez sowie Thames Water dominiert. Die RWE hat sich seit Ende der 1990er auf dem internationalen Wassermarkt engagiert, sich aber nach dem Verkauf von Thames Water 2006 wieder auf Strom und Gas konzentriert.
Nach Darstellung des Journalisten Frank Kürschner-Pelkmann sind die seiner Auffassung nach zum Teil auch „ideologisch motivierten" Bemühungen um die Privatisierung der Wasserversorgung in armen Ländern weitgehend gescheitert.
Nach Auffassung des ghanaischen Geographen Ian Yeboah ist die Privatisierung der Wasserversorgung durch die strategische Konzentration auf besonders profitable Bereiche (sog. „cherry-picking") charakterisiert. Obwohl in Ghana etwa 93 % der Stadtbevölkerung, aber nur 40 % der Landbevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser hatten, sollte sich die Privatisierung unter Unterstützung der Weltbank auf die städtischen Bereiche beschränken. Aus seiner Sicht wurde die Privatisierung deshalb vor allem von den „eurozentrischen" urbanen Eliten in Ghana betrieben.
Der ghanaische Wirtschaftswissenschaftler Franklin Cudjoe meint, Regierungen hätten bei den nötigen Investitionen meist ihre Inkompetenz bewiesen. Viele Menschen hätten zwar eine Wasserleitung, damit sei aber noch lange keine Wasserversorgung gewährleistet.
Neben staatlichen und privatwirtschaftlichen Formen der Wasserversorgung gibt es in ländlichen Gebieten ärmerer Länder oft auch eine funktionierende Wasserversorgung auf der Basis von Genossenschaften oder Dorfgemeinschaften. Die Verpflichtung zur Marktöffnung durch das GATS-Abkommen könnte dazu führen, dass solche lokalen Initiativen einem Verdrängungswettbewerb ausgesetzt werden und sie nicht mehr staatlich gefördert werden dürfen.
Ähnliche Diskussionen um Privatisierung gibt es auch für andere Bereiche der Daseinsvorsorge, die im Rahmen des Allgemeinen Abkommens über den Handel mit Dienstleistungen (GATS) fortschreitend liberalisiert werden sollen.
 
Wasserspekulationen
An der Börse wird zunehmend der Wert von Trinkwasser erkannt. Hier ein Auszug aus "finance-daily.de" vom 27.12.2006:
"....Beide Fonds investieren in ein Aktienbasket mit mindestens 15 Titeln internationaler Unternehmen aus den Sektoren Wasserwirtschaft, Wasserversorgung, sowie Dienstleistungen und Technologien rund um das Thema Wasser. Dazu zählen zum Beispiel Suez, Veolia und ITT Industries. „Wasser ist ein knappes Gut. Experten gehen davon aus, dass sich die Nachfrage nach Wasser in den nächsten 30 Jahren verdreifacht", sagt Fondsmanager Thomas Heib. „Umwelteinflüsse und Klimawandel erschweren zunehmend die Wasseraufbereitung. Es bedarf hier immer neuerer Technologien. Zudem steigen Privatisierungsgrad bei der Wasserversorgung und der Absatz von Flaschenwasser. Der Markt ist in Bewegung - und davon können Investoren über unseren Fonds profitieren." Bei steigenden Kursen des zugrunde liegenden Aktienkorbes sind Anleger zum Ende der jeweiligen Laufzeit mit 100* Prozent an der durchschnittlichen positiven Wertentwicklung beteiligt. Andernfalls greift die Wertsicherung, die das eingesetzte Kapital der Anleger - abzüglich Ausgabeaufschlag - zum Ende der Laufzeit komplett absichert....."

Trinkwasserschutz : Trinkwasser in Deutschland besitzt eine hervorragende Qualität. Damit dies so bleibt, ist ein konsequenter Schutz unserer Gewässer - unter anderem vor Pflanzenschutzmitteln - notwendig. Nur dann können die Wasserwerke ohne hohen technischen Aufwand aus Flüssen, Seen und Grundwasser bestes Trinkwasser gewinnen. Sie als Verbraucher haben einen entscheidenden Einfluss darauf, dass Pflanzenschutzmittel nicht in den Wasserkreislauf gelangen - etwa über Abfluss oder Gully. Unsere Tipps helfen Ihnen dabei, Ihr Unkraut ohne schlechtes Gewissen loszuwerden. Der Gesetzgeber hat die Bedeutung des Themas erkannt und für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln strenge gesetzliche Regelungen erlassen. So ist der Einsatz auf allen befestigten Flächen untersagt. Eine gesetzwidrige Anwendung wird als Ordnungswidrigkeit mit empfindlichen Strafen von bis zu 50.000 Euro geahndet. wasser-und-pflanzenschutz.de

Noch mehr Informationen: Trinkwasser.de - Unser aller Wasser - blue planet project - Informationen rund ums Wasser - Weltwasserforum

 
Nachruf zum Tod von Hermann Müller am 28.Mai 2008

Lieber Hermann,
die Vorstellung, dass es dich nicht mehr gibt, fällt mir sehr schwer.
Das Bild vom Sommer 1991 (links) war charakteristisch für dich. Du hältst einen riesigen Wurzelzopf in Händen, den du mit Mitstreitern der Wasserschutzgemeinschaft aus dem alten Quellschacht der Arlesbrunnenquelle gezogen hast. Andere riefen wegen der schlechten Wasserqualität nach Fernwasser - du bist der Sache mit Schaufel und Gummistiefeln auf den Grund gegangen und danach liefen die Dinge anders!
Auch wenn du bei deiner letzten Rede, Ende April, zur Ehre des Altbürgermeisters den Eindruck erwecken wolltest, dass er der Retter unserer Trinkwasserversorgungen ist: wir wissen alle, dass du es warst, der mit Fachwissen, Sachlichkeit und Ausdauer die Wandlung von Christian Meier vom "Wasser-Saulus" zum "Wasser-Paulus " geschafft hat.
In den zwölf Jahren deiner Ratstätigkeit und den sechs Jahren als zweiter Bürgermeister hast du viel bewegt. Auch wenn du mir, zugegebenerweise, oft zu friedlich und zu sehr um Konsens bemüht warst und mich deshalb Ungeduld plagte. Aber die Zeit und die Entwicklung haben dir recht gegeben. Ich danke dir für diese Erfahrung.
Jetzt müssen wir ohne deinen Rat und deine Erfahrung auskommen - du wirst uns fehlen, dein leerer Platz wird uns alle schmerzen.
 
In respektvollem Gedenken
Uta Hofmann, Vorsitzende der Wasserschutzgemeinschaft
 
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