-
- Die
Gesundheitsproblematik in Zusammenhang mit
elektromagnetischen Feldern
- EU
Parlament macht Druck
- Entschließung
des Europäischen Parlaments vom 2.
April 2009 zu der Gesundheitsproblematik
in Zusammenhang mit elektromagnetischen
Feldern (2008/2211(INI)):
- Ganz
im Gegensatz zur Verharmlosungshaltung der
nationalen Behörden fordert das
Europäische Parlament
u.a.:
- 1.
Die weitere Erforschung der biologischen
Wirkungen von elektromagnetischen
Feldern:
- Weitere
Tests, vor allem um nicht-thermische
Auswirkungen im Zusammenhang mit
Funkfrequenzfeldern zu
bewerten:
- .....dass
Kinder im Fall der Exposition
gegenüber EMF besonders empfindlich
sind,
- .....dass
die biologischen Wirkungen bei der
Bewertung der potenziellen Auswirkungen
von elektromagnetischer Strahlung auf die
Gesundheit besonders berücksichtigt
werden,
- ....
dass die potenziellen Gesundheitsprobleme
aktiv erforscht werden, indem
Lösungen entwickelt werden, die das
Pulsieren und die Amplitudenmodulation der
zur Übertragung verwendeten
Frequenzen verhindern oder
verringern.
- 2.
Leitlinien für eine Netzplanung und
Sicherheitsabstände:
- .....dass
die bestmöglichen Standorte für
Masten und Sender gefunden werden, sowie
dass Masten und Sender von den Betreibern
gemeinsam genutzt werden, um nach
Möglichkeit zu verhindern, dass mehr
Masten und Sender an schlechten Standorten
errichtet werden,
- 3.
Aufklärung von Kindern und
Jugendlichen im Handygebrauch und ein
Werbeverbot:
- .....einen
Teil der für die Studien über
EMF vorgesehenen Gemeinschaftsmittel
für eine globale Kampagne zur
Sensibilisierung der jungen Europäer
für den vernünftigen Umgang mit
Handys bereitzustellen".
- 4.
Anerkennung der Elektrosensibilität
als Behinderung:
- .....fordert
die Mitgliedstaaten auf, dem Beispiel
Schwedens zu folgen und Menschen, die an
Elektrohypersensibilität leiden, als
behindert anzuerkennen, um ihnen einen
angemessenen Schutz und Chancengleichheit
zu bieten"
- 5.
Schlusspunkt: Die Versicherungen und ihre
Vorsorge":
- Das
Parlament ist in höchstem
Maße besorgt über die Tatsache,
dass die Versicherungsgesellschaften dazu
tendieren, die Abdeckung der Risiken im
Zusammenhang mit EMF aus den
Haftpflichtversicherungen
auszuschließen, was offensichtlich
bedeutet, dass sich die europäischen
Versicherer bereits nach ihrer Version des
Vorsorgeprinzips richten".
-
Bereits im September 2008 wiesen
Abgeordnete des EU-Parlaments in ihrer
Zwischenbewertung des EU-Aktionsplans
"Umwelt und Gesundheit 2004 - 2010" auf
den internationalen Bericht
von
"BioInitiative"
hin. In ihm sind 2000 Studien zum Thema
"Gesundheitsgefährdung
durch elektromagnetische
Felder"
zusammengefasst. Darin wird die
Gesundheitsgefährdung, verursacht
durch Emissionen des Mobiltelefonverkehrs
von Mobiltelefonen, Funkstandards wie
UMTS, Wifi, Wimax und Bluetooth, sowie dem
Schnurlostelefon DECT mit fester
Basisstation, verdeutlicht. Das
Europa-Parlament stellt in diesem
Zusammenhang fest, dass Grenzwerte
für die Exposition der
Bevölkerung gegenüber
elektromagnetischen Feldern (0Hz bis 300
GHz) nicht mehr aktuell sind, da sie seit
1999 nicht mehr angepasst wurden. Sie
trügen damit weder der Entwicklung
auf dem Gebiet der Informations- und
Kommunikationstechnologien, noch den von
der Europäischen Umweltagentur
ausgesprochenen Empfehlungen oder den
strengeren Emissionsnormen, die z.B. in
Belgien, Italien oder Österreich
festgelegt wurden, Rechnung. Auch
würden sie dem Problem besonders
schutzbedürftiger Gruppen, wie
Schwangeren, Neugeborenen und Kindern,
nicht
gerecht.
522
Abgeordnete stimmten zu, 16
dagegen.
- Belgien
senkte seinen Grenzwert für
Mobilfunkantennen auf drei Volt pro Meter
(3V/m) = 23.870 µW/m2. Mehr siehe
hier...
Gemessene Strahlungswerte in Egloffstein
siehe unten.
|

- Oberer
Berg in Egloffstein:

-

- zum
Vergrössern
anklicken
|
Mobilfunkbasisstationen
am Oberen Berg in Egloffstein
- Am
6. Februar 2009, morgens gegen 8.30 Uhr,
rollte ein Kranwagen (25Tonner) am "Oberen
Berg" an, um weitere Ausbauten an der
O2
Antenne vorzunehmen. Der Eigentümer
der vorderen Einfahrt verweigerte dem
Kranwagenfahrer jedoch die Durchfahrt, da
er Schäden, u.a. an der Kanalisation,
befürchtet.
- Er
informierte die Nachbarschaft,
Bürgermeister Stefan Förtsch und
Gemeinderätin Dr. Riedl . Als erste
"Offizielle" vor Ort, bestärkte sie
den Eigentümer in seiner Haltung.
Auch Bürgermeister Förtsch
unterstützte die Familie, da die
Einfahrt mit einem Schild
ausdrücklich auf 7,5 Tonnen
beschränkt ist.
- Die
vom "Antennenhaus" gerufene Polizei
informierte sich zuerst beim vorderen
Eigentümer und beim
Bürgermeister. Anschließend
verhandelten die beiden Beamten mit
Familie Meyer (rückwärtiges
Antennenhaus) und
O2.
Der Mobilfunkbetreiber weigerte sich
strikt, irgendeine Haftung bei
Beschädigungen an der Einfahrt zu
übernehmen. Die Polizei untersagte
daraufhin die Nutzung der Einfahrt durch
das schwere Gefährt. Gegen 10.30 Uhr
verließ der Kranwagen den Oberen
Berg. Zwei Arbeiter schafften dann mit
einer Sackkarre einen neuen Schaltkasten
zum "Antennenhaus".
- Mittags
fuhr ein 7,5 Tonnen -Kranwagen vor. Er
passierte die Einfahrt und die Arbeiten an
der Antenne wurden vorgenommen.
Im August 2007 stellte der
Mobilfunkbetreiber
O2,
auf dem Wohnhaus Egilolfstr.183, eine
Mobilfunkbasisstation mit 3 Sektoren und
einer Richtfunkantenne auf. Es ist die
zweite Antenne neben dem D1-Masten auf dem
gleichen Dach unmittelbar neben der Burg.
Der Blick vom Zwickstein auf den Markt
Egloffstein und seine Burg, ein selten
schöner Anblick, ist dadurch grob
verschandelt.
-
- Die
O2-Sektorantenne,
im Bild rechts, ist
seit
Anfang
Oktober 2007 in Betrieb und gibt
zusätzlich zur T-Mobile-Basisstation,
rund um die Uhr gepulste
elektromagnetische Hochfrequenzstrahlung
ins Wohngebiet "Oberer Berg" ab. Messwerte
siehe unten.
Das
Theo-Meyer-Anwesen liegt unterhalb des
Wohngebiets "Oberer Berg". Die Antennen
strahlen auf Wohnhöhe in das
darüberliegenden Wohngebiet . Als
O2,
Ende Juli 07, vollendete Tatsachen geschaffen
hatte, fegte ein Proteststurm über den
"Oberen Berg". Die betroffenen Bürger
gründeten Anfang August 07 eine
Bürgerinitiative, die innerhalb
kürzester Zeit 180 Unterschriften gegen
die O2-Antenne
sammelte. Sprecher der Initiatve sind Frau
Dr. Emilie Riedl UGL-Gemeinderätin,
Baron Albrecht Freiherr von und zu
Egloffstein und Bernd Prütting.
Angeblich
wurde Altbürgermeister Meier, laut
O2,
mit zwei Schreiben schon im April 2006 und
nochmals im September 2006, also vor
Vertragsabschluss, über das Bauvorhaben
informiert. Die Einspruchsfrist, welche durch
den Mobilfunkpakt II möglich ist und den
Kommunen seit 2002 ein Mitspracherecht
einräumt, verstrich aber ohne Reaktion
seitens der Gemeinde. Der
Altbürgermeister informierte weder die
Gemeinderäte noch die Bürger, so
wie es in anderen Gemeinden üblich ist.
Christian Meier beteuert bis heute, dass er
diese Schreiben nie erhalten hat.
- Das
Denkmalamt in Forchheim hatte zum
damaligen Zeitpunkt keine Einwände
gegen den O2-Masten
(Schreiben liegt vor). Allerdings ruderte
die Behörde im September 2007 (als
der Mast bereits stand) zurück, denn
bei einem Besichtigungstermin stellte man
fest, dass die Masten zu nahe bei der
denkmalgeschützten Burg stehen und
eine baurechtliche Genehmigung hätte
beantragt werden müssen. Familie
Meyer wurde mit Fristsetzung Ende Oktober
2007 aufgefordert, die Antenne zu
entfernen. O2,
als Betreiber der Anlage, stellte
daraufhin nachträglich einen Antrag
auf baurechtliche Genehmigung bei der
Denkmalbehörde. Nach über 14
Monaten Bedenkzeit erfolgte der Bescheid:
Mit vielen "wenn und aber"- und
"einerseits/andererseits"-Begründungen,
beführwortete Amtsleiter Göller
am 2.12.2008 den nachträglichen
Antrag auf baurechtliche Genehmigung und
damit den Standort der O2-Antenne.
- Eine
Ohrfeige für jeden Betrachter der
markanten, über 800-jährigen
Burg!
-
Bürgerinitiative
"Oberer Berg":
-

- Unter
dem Motto "Warnung vor elektromagnetischem
Feld" und "Sie können weitergehen -
wir wohnen hier" macht die
"Bürgerinitiative Oberer Berg" auf
die dramatische Situation der Anwohner
aufmerksam.
-

- Zur
Eröffnung des Egloffsteiner
Kulturweges 2008 stellte die
Bürgerinitiative diese Mahntafel
auf.
|
-

Gemeindliche
Massnahmen:
- Die
UGL-Gemeinderäte Christiane Andresen
und Niki Thäter und Alfons Beetz von
der Affalterthaler Liste reichten Mitte
August 2007 einen Eil-Antrag zur
Mobilfunkantenne ein, der in der
Gemeinderatsssitzung am 4.September in
Affalterthal behandelt wurde ( Den Antrag
können Sie hier
nachlesen ). Bürgermeister Meier
bestritt in der Sitzung vehement besagte
Schreiben (von Christiane Andresen in
Kopie von O2
erhalten und dann vorgelegt) erhalten zu
haben. Der Gemeindrat beschloss
einstimmig, dass unverzüglich
Verhandlungen mit
O2,
wegen einer Standortverlegung, aufgenommen
werden müssen und Firmenvertreter in
die nächste öffentliche Sitzung
eingeladen werden sollen. Auch dem Punkt
"Prüfung und Einleiten der
Inregressnahme auf Grund fahrlässigen
Handelns des Verantwortlichen" wurde
mehrheitlich vom Gemeinderat
zugestimmt.
-

- "Antennenhaus"
Egilolfstr. 183 mitten im Wohngebiet
"Oberer Berg"
-
- Die
nächste Sondersitzung zum Thema fand
am 16.10.07 im Gasthaus Schlossblick in
Mostviel statt. In die Gemeinderatssitzung
kam Thomas Lichtenberger als Vertreter von
O2.
Er ist der Referent für "Umwelt und
Mobilfunk" bei
O2
und kennt fast alle Einwände,
Ängste und Proteste besorgter
Bürger. Sie sind sozusagen sein
täglicher Job. Als es konkret zur
Sache ging und Christiane Andresen Herrn
Lichtenberger auf eine Verlegung des
Standortes ansprach, wurde schnell klar,
dass die Firma
O2
auf keinerlei Verhandlungen bzgl.
Standortverlegung, auch in Hinblick auf
ein nun eventuell eingeleitetes
Rechtsverfahren mit der
Denkmalschutzbehörde, eingehen wird.
Der Standort wäre wahrscheinlich auch
dann ausgewählt worden, so
Lichtenberger, wenn die Gemeinde
fristgerecht Einwände geltend gemacht
hätte. Der Mobilpakt II lässt
zwar Einspruch zu, aber für die Firma
O2
ist dieser nicht bindend. Das Dach des
Hauses Egilolfstr.183 ist für sie der
beste Standort, weil von dort aus u.a. ein
1 km langer Teilabschnitt der
Staatsstrasse bei Hammerbühl
bestrahlt werden kann, was für
durchfahrende
O2-Handybesitzer
wichtig sein soll. Der Standort ist
für O2
wirtschaftlich am interessantesten und
trägt zu einen flächendeckenden
Mobilfunknetz bei, das
schnellstmöglich angestrebt wird.
- Nach
Verabschiedung des
O2-Referenten
ging es dann zur Sache: Christiane
Andresen, Niki Thäter und Alfons
Beetz sahen es als erwiesen an, dass das
grundlegende Versäumnis auf Seiten
des Bürgermeisters liegt. Christiane
Andresen stellte deshalb den Antrag, dass
Bürgermeister Meier für
entstehenden Kosten haftbar zu machen.
Bürgermeister Meier wies die
Versäumnisse weit von sich. Die
Gemeinderäte entschieden dann, dass
sie diesen Antrag in ca 4 Wochen in der
nächsten öffentlichen Sitzung
erneut stellen werden. Dem
Bürgermeister soll damit nochmals die
Möglichkeit gegeben werden, neue
Erkenntnisse vorzubringen. Weiterhin
beschloss der Gemeinderat, von einem
unabhängigen Institut, am "Oberen
Berg" Messungen durchführen zu
lassen.
- Am
Donnerstag den 6.12.2007 wurden von der
Firma EMCC
Dr. Rasek
aus Moggast, Messungen an verschiedenen
Punkten im Ortsteil Egloffstein,
durchgeführt. Wie der 2.
Bürgermeister mitteilte, soll das
Ergebnis mit Mitarbeitern des Instituts
den Bürgern erläutert werden.
- In
einer offenen Gemeinderatssitzng am
15.1.08 erläuterte Herr Dipl. Ing.
Sauerschell die Messergebnisse der Fa.
EMCC Dr. Rasek. Er informierte auch
darüber, dass zur Zeit der Messung
nur drei der sechs beantragten und
genehmigten O2-Sender
in Betrieb waren und auch der E-Plus-Mast
auf der anderen Talseite noch nicht
arbeitete (er geht voraussichtlich im Mai
2008 in Betrieb). Die Messungen wurden
nach den gesetzlichen Vorgaben
ausgeführt und betreffen
ausschliesslich die thermischen Werte. Wie
erwartet blieben diese weit unter der
gesetzlichen
Höchstgrenze.
- Wegen
eines Sperrvermerks auf der CD der Firma
EMCC und dem umfangreichen Datenmaterial,
können nach Angaben der Verwaltung,
die Daten auf der gemeindlichen
Internetseite nicht veröffentlicht
werden. Die Betroffenen erhalten auf
Wunsch eine Fotokopie der jeweiligen
Messwerte in der
Gemeindeverwaltung.
- Gemeinderatssitzung
am 12.2. in Bieberbach: Nachdem das
Landratsamt Forchheim aus
Denkmalschutz-Gründen mit
Fristsetzung 17.10.07, den Abbau des
O2-Mastes
gefordert hatte, reagierte
O2
mit einem Antrag auf
denkmalschützerische Erlaubnis.
Begründung: die Antenne sei kaum
wahrnehmbar und gleiche einem "filigranem
Fahnenmast". Ausserdem wurde die
danebenstehende D1 Antenne auch genehmigt
und in der Nähe befindet sich eine
Bogenlampe, die Strassenbeleuchtung in der
Egilolfstrasse. Das Landratsamt forderte
dazu nun eine Stellungnahme der Gemeinde.
Die Gemeinderäte sahen das ganz
anders als O2
und lehnten einstimmig ab. Eine 2.
Stellungnahme von der Gemeinde forderte
das Landratsamt zu den Anträgen der
betroffenen Anlieger, zur Errichtung von
Schutzzäunen direkt an den
Hausfassaden. Sie sollen zur Abwehr und
Minderung der täglich
24-stündigen Strahlenbelastung
beitragen. Hier stimmten die
Gemeinderäte einstimmig zu. Der
Schutz der Bürger habe Vorrang. Am
21.02.08 wurde der Errichtung eines
Schutzzaunes durch die
Denkmalbehörde,
genehmigt.
|
- Bürgermeister
Stefan Förtsch forderte O2 mit einem
Schreiben vom 18.9.08 auf, den
Mobilfunkmasten so wie schon vor einem
Jahr gefordert , zu entfernen und bis
dahin die Hauptstrahlrichtung so
auszurichten, dass die Bewohner des
"Oberen Berges" deutlich weniger belastet
werden. Falls diese Veränderung nicht
möglich ist, forderte der
Bürgermeister den Betreiber auf, die
Strahlenwerte so zu senken, dass sie den
Empfehlungen der deutschen
Ärztekammer entsprechen. Bis heute
erhielt er keine Antwort.
Am
09.10.2008 informierten sich Karl-Heinz Igel
(3.Bürgermeister), Christiane Andresen
(UGL-Gemeinderätin), Rosi und Susanne
Milke und Edgar Hofmann von der BI "Oberer
Berg" in Aßling (30km
südöstlich von München) bei
einer Infoveranstaltung zum Thema
"Mobilfunk". Es trafen sich ca 200 betroffene
Bürger, Bürgermeister und
Kreisräte, um sich von Medizin-, Rechts-
und Verwaltungsexperten über die
Möglichkeiten der Verhinderung von
Mobilfunkmasten an exponierten Standorten,
aufklären zu lassen. Fazit:
Mobilfunkstrahlung ist schädlich und
Gemeinden haben die Möglichkeit sich zu
wehren, wenn sie rechtzeitig und geschlossen
auftreten. Das wurde gerade am Beispiel
Aßling deutlich, wo sich ein
engagierter CSU-Bürgermeister, der seine
Gemeinde geschlossen hinter sich hat, gegen
die Firma O2
wehrt. "Exempla trahunt" sagt der Lateiner,
d.h. Beispiele reissen Menschen mit, sich
anzuschliessen. Die Beispiele gibt´s -
also ans Werk. Die Referate gibt es als
Downloads unter www.assling.de
In
der letzten Sitzung des Jahres am 16.12.08 in
Schlehenmühle, erstatteten Christiane
Andresen und Karl-Heinz Igel dem Gemeinderat
Bericht zum Informationsabend in
Aßling. Frau Andresen zeigte in einer
Computer-Präsentation die wichtgsten
Erkenntnisse zu rechtlichen
Möglichkeiten (Rechtsanwalt Frank
Sommer, München), zum Gesundheitsrisiko
durch Strahlenbelastung (Dr. med. univ. Gerd
Oberfeld, Salzburg ) und zur Senkung der
Belastung durch richtig gewählte
Standorte und Ausrichtungen (Dipl.-Ing. Hans
Ulrich-Raithel, Umweltinstitut München).
Karl-Heinz Igel berichtete von seinem
Gespräch mit Bürgermeister Werner
Lampl und dem massiven Widerstand der
Gemeinde Aßling. Danach beschrieb Frau
Dr. Riedl Gesundheitsbelastungen bei
Anwohnern am Oberen Berg , wie z.B.
auftretende Schlafstörungen, Tinnitus
und Hauterkrankungen. Sie sagte zu, genauere
Studien mit Hilfe von
Gesundheits-Fragebögen
durchzuführen. Bürgermeister
Förtsch verlas die Kopie des Briefes der
Denkmalbehörde zur baurechtlichen
Genehmigung der
O2
Moblfunkantenne. Jedem im Raum war klar, dass
all diese Problematiken im Vorfeld
hätten geklärt werden müssen,
was jedoch durch das verharmlosende Verhalten
des Altbürgermeisters verhindert wurde.
Das Gremium erteilte Frau Andresen und Herrn
Igel den Auftrag weiter an der Sache dran zu
bleiben. So soll Rechtsanwalt Frank Sommer in
eine der nächsten Sitzungen eingeladen
werden, damit alle rechtlichen
Möglichkeiten gegen
O2
ausgeschöpft werden
können.
Gemeinderätin
Christiane Andresen und 3. Bürgermeister
Karl-Heinz Igel übergaben, am 29.1.09 in
der Kanzlei "Meidert und Kollegen" in
München Unterlagen für eine
rechtliche Beurteilung unserer Situation.
Anfang März kam die Bewertung von
Rechtsanwalt Sommer für den Oberen Berg
. Sie können Sie hier
auf
der Gemeindehomepage nachlesen .
- Nach
der derzeitigen Rechtslage scheinen
betroffene Bürger und Gemeinden
rechtlos zu sein. Eingeklagte
Schäden, selbst gesundheitliche
hätten nur dann Erfolg, wenn der
Kläger zweifelsfrei nachweisen
könnte, dass diese vom Beklagten
ausgehen. Das Verursacher - und
Vorsorgeprinzip ist damit völlig
ausgehebelt. Die viel zu hohen
Strahlungswerte sind durch die in
Deutschland festgelegten hohen Grenzwerte,
gesetzlich abgesichert! Unabhängig
von dieser niederschmetternden Tatsache
werden die "Oberen Berger" ihren Protest
fortsetzen. Gesundheitliche Probleme wie
Kopfweh, Ohrengeräusche,
Schlaflosigkeit, Müdigkeit und
Hautausschläge treten inzwischen bei
allen Bürgern auf, die in der
unmittelbaren Umgebung der Sendemasten
leben. Die längerfristigen Folgen
sind nicht abzusehen.
-
- Das
Schreiben von Rechtsanwalt Sommer war am
7. April 2009 Tagesordnungspunkt in der
öffentlichen Sitzung des
Gemeinderates. Die BI "Oberer Berg" war
mit ca. 15 Mitgliedern vertreten. Da die
Gemeinde kaum rechtliche
Möglichkeiten hat die Masten zu
verhindern, konzentrierte sich der
Gemeinderat auf die Empfehlungen des
Rechtsanwaltes, für ein weiteres
Vorgehen. Er empfiehlt zusammen mit einem
Fachmann des Umweltinstituts München
eine freiwillige Vereinbarung mit
O2
zu Reduktion der Immisionsbelastung zu
finden. Heinz Schäfer schlug vor,
erneut auf das Denkmalamt zuzugehen, um
die Verschandelung des Burgensembles
wieder rückgängig zu machen.
Ausserdem soll eine Gesprächsrunde
mit Bürgermeister Förtsch, Dr.
Emilie Riedl und den
Antennenhaus-Eigentümern Meyer
vereinbart werden.
-
- In
der Gemeinderatssitzung am 1. September
2009 im "Gasthof Zur Post" war das Thema
"Mobilfunk" Punkt 1 der Tagesordnung.
Bürgermeister Förtsch hatte sich
im Juli 09 an das Umweltinstitut
München e.V. gewandt . In seinem
Antwortschreiben Ende Juli schlug nun das
Institut ein sogenanntes
Immissionsgutachten vor. Darin werden mit
präzisen Berechnungen die derzeit
bestehenden Ausrichtungen und
Strahlungsmenge aufgezeigt. Dazu werden
Alternativen entwickelt, die bei gleicher
Wirkung (Handy-Empfang), eine geringere
Belastung der Bewohner mit sich bringen.
Auch werden Standortalternativen für
das Gemeindgebiet aufgezeigt. Dies ist
für die rasante Entwicklung auf dem
Gebiet der Funkübertragungen von
großer Bedeutung, denn die Gemeinde
könnte sich auf Grund des Gutachtens
vor weitereren unkontrolliert
aufgestellten Antennen schützen
(siehe
Mobilfunkpakt).
Das Umweltinstitut
München
e.V.
ist führend auf dem Mobilfunk-Gebiet
und konnte durch seine präzisen
Berechnungen, trotz schwieriger
Rechtslage, bei Gericht etliche Erfolge
und Verbesserungen für die
Betroffenen erreichen. Das Gutachten
kostet, so wie vorgeschlagen, 5800 Euro,
plus Nebenkosten.
- Nach
ausführlicher Diskussion konnte sich
der Rat jedoch nicht auf das Angebot
verständigen. Während Christiane
Andresen, Dr. Emilie Riedl und Nikolaus
Thäter dafür plädierten,
zeigte sich bei etlichen Ratsmitgliedern
Zweifel am Nutzen des Gutachtens. Auch der
Vorschlag von Frau Andresen den Ausbau des
Sitzungsraumes in der Gemeindeverwaltung,
mit Kosten von 7000 Euro, zu Gunsten des
Gutachten und der betroffenen Bürger
zurückzustellen, half nichts.
Daraufhin schlug Nikolaus Thäter, der
die Sitzung in Vertretug von Stefan
Förtsch (Urlaub) leitete vor, ein
neues Angebot des Umweltinstitut
einzuholen, das präziser auf die
Situation in Egloffstein zugeschnitten
ist, um darüber in der nächsten
öffentlichen Sitzung nocheinmal zu
beraten.*
- Frau
Dr. Riedl teilte in der gleichen Sitzung
mit, dass das Treffen mit Familie Theo
Meyer inzwischen stattgefunden hat. Neben
Frau Meyer war ein Vertreter von
O2
anwesend, für die Gemeinde Frau Dr.
Riedl und Bürgermeister Förtsch.
Die Antennenbetreiber machten im
Gespräch klar, dass ein Abbau der
Antenne nicht in Frage kommt. Die Laufzeit
beträgt laut Vertrag 20 Jahre. Der
Vertreter von
O2
sagte lediglich zu, Unterlagen zur
Strahlungsintensität, Ausrichtung und
Standortbegründung an
Bürgermeister Förtsch zu
schicken.
-
- Nach
einem weiteren Gespräch Ende
September, erklärte sich
O2
laut Bürgermeister Förtsch
bereit, den nach Norden sendenden Sektor
der Antenne (es sind insgesamt 3 Sektoren)
um 20° nach Osten zu drehen.
- O2
begründet die Drehung mit einer
Optimierung der Anlage, was die Sache
genau auf den Punkt bringt. Denn etwa
20° östlich der
Hauptstrahlrichtung Nord entstand auf
Grund von Rodungsmaßnahmen am
Wilhelmsfelsen, eine Baumlücke
Richtung Tal. Der Mobilfunkbetreiber kann
durch die Drehung des nördlichen
Sektors nun, am dichten Wald vorbei,
direkt in Richtung Mostviel und
Schweinthal strahlen und erreicht, laut
eigenen Angaben, damit auch den Rand
Affalterthals. Eine Absenkung der
Strahlenausgangsleistung, was technisch
absolut möglich ist ohne den
Handyempfang einzuschränken, lehnt
O2
jedoch strikt ab. Aber genau diese
Maßnahme hätte die betroffenen
Bürger entlastet.
- Zur
besseren Anschauung, die Ausgangsleistung
(Angaben von
O2)
vor- und nachher im Vergleich:
- bei
maximaler Auslastung: vor der Drehung:
208.980 µW/m2, nach der Drehung um
20° :166.500 µW/m2. Wenn man
bedenkt, daß die Empfehlung der
Bundes-Ärztekammer bei 1.000
µW/m2 liegt, ist der Wert der
Maßnahme für die betroffenen
Bürger erkennbar.
- Am
Nord-Sektor wurde, nach einer weiteren
Anfrage von Bürgermeister
Förtsch, am 19.3.2010, gearbeitet.
Rein optisch ist danach keine
Änderung erkennbarbar. Eine erneute
Messung dürfte aber Auskunft geben.
Fotos siehe
hier.
- *
Ein
neues Angebot für ein Gutachten vom
"Umweltinstitut München", mit nur
fünf statt neun Messpunkten (Kosten
Euro 4800), wurde am 4. Mai 2010 vom
Gemeinderat gegen die Stimmen von
Christiane Andresen und Nikolaus
Thäter abgelehnt. Dies war abzusehen,
da zuvor keine Gelder im Haushalt 2010 von
der Verwaltung eingeplant waren. Die
Gemeinde hat nun die Chance vertan, bei
bestehenden und zukünftigen
Antennenprojekten (TETRA, UMTS,
LTE),
im Sinne ihrer Bürger entscheidend
mitreden zu können. Wie Komunen
verantwortlich handeln könnten,
können Sie
hier
nachlesen.
|
Messergebnisse
Egloffstein 2007
- Messeinheit
ist die Leistungsdichte in Mikro-Watt (µWatt) pro
m2. Der erste Wert ist der tatsächlich gemessene
am 12.Dezember 2007. Der
zweite
Wert
ist hochgerechnet und entspricht der Maximalleistung
der Antennen. Bei der Messung am 12.12.2007 waren nur
drei der sechs installierten
O2-Sender
in Betrieb. Die zum Zeitpunkt der Messung arbeiteten
Sender waren im GSM-900-Bereich. Sie wurden inzwischen
durch das Daten komprimierende Edge-System
nachgerüstet.
-
|
Messpunkte
|
Standort
|
O2
|
T-Mobile
|
Vodafone
|
Gesamtbelastung
|
|
Messplatz
1
|
Egilolfstr.77,
Terrasse
|
|
|
|
|
|
Messplatz
2
|
Egilolfstr.76,
Einfahrt
|
|
|
|
|
|
Messplatz
3
|
Egilolfstr.183b
|
|
|
|
|
|
Messplatz
4
|
Egilolfstr.176
|
|
|
|
|
|
Messplatz
5
|
Rittergasse
80b,vorne
|
|
|
|
|
|
Messplatz
6
|
Rittergasse
80b,hinten
|
|
|
|
|
|
Messplatz
7
|
Paradiesweg
168
|
|
|
|
|
|
Messplatz
8
|
Badstr.
Schule
|
|
|
|
|
-
- Die
Strahlenbelastung ist seitdem für die Anwohner
noch höher. 2008 ging der Sendemast von Vodafone,
E-Plus und Telekom auf der gegenüberliegenden
Talseite bei Affalterthal in Betrieb. Entfernung zum
Wohngebiet "Oberer Berg" ca 500m auf gleicher
Höhe. Hauptstrahlrichtung ist vorwiegend West
(260° u. 280°), direkt auf das
Wohngebiet.
- Am
6. Juli 2010 wurde ein Antrag, für eine
baurechtlichen Genehmigung zur Errichtung
einer
"BOS-Antenne"
auf dem Mast, vom Gemeinderat einstimmig abgelehnt.
Siehe hier.
Ob damit die Errichtung vom Tisch ist, ist fraglich.
-
Höchstgrenzen
und Empfehlungen im GSM 900-Bereich in
µWatt/m2 im Vergleich:
- Deutscher
Grenzwert: 4.500.000
µW/m2
- Italienischer
Grenzwert: 100.000 µW/m2
- Schweizer
Vorsorgewert: 42.400
µW/m2
- Belgischer
Grenzwert: 23.870 µW/m2
- Empfehlung
Ecolog-Institut: 10.000
µW/m2
- Empfehlung
Bundes-Ärztekammer: 1.000
µW/m2
- Empfehlung
Katalyse-Institut Köln und
Ökotest: 10 µW/m2
- Grenzwerttabelle
|

- Sendemast
bei Affalterthal
|
-
-
-

|
- Macht
der Mobilfunk unsere Bäume
krank?
- Der
Zeitungsbericht im Fränkischen Tag
vom 8.8.09 soll nicht unbeantwortet
bleiben.
- Frau
Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam von der
Ärtzeinitiative Bamberger
Appell" weist in dem Artikel auf ganz
signifikante Baumschäden im
Strahlungsbereich von Mobilfunkmasten hin
und folgert daraus, dass dies ein
Indikator für die Schädlichkeit
von hochfrequenter Strahlung ist, die
durchaus auch für den Menschen
gefährlich ist. Doch ausser Frau Dr.
med. Cornelia Waldmann-Selsam sind sich
die anderen im FT noch zu Wort kommenden
Experten einig, dass hochfrequente
Strahlung allgemein unbedenklich ist und
Bäume auch so immer wieder einmal
krank werden
können........Mehr
dazu lesen Sie hier
- Übrigens
Bürgermeister Förtsch fand den
FT-Artikel so überzeugend, dass er
ihn umgehend per Email
- an
alle seine Ratsmitglieder
schickte.
|
-
- Es
geht auch anders:
- Frankreich
- In
16 teilnehmenden Städten soll in
einer Testphase der Grenzwert auf 0,6 Volt
je Meter (955 µW/m2) gesenkt werden.
Die Testphase wird von der
französischen Regierung koordiniert.
Die Planung beginnt im Januar
2010.
- Glasfaser
und Ultra-Breitband, ein Beispiel aus
Frankreich für die
Welt
- Installation
eines Glasfaser Netzwerks in den
französischen Departementen
Drôme und Ardèche. Es werden
keine neuen Wi-Fi oder WiMAX Antennen
für die Netzabdeckung genutzt. Lesen
Sie
mehr
...
- Neunkirchen
am Brand wehrt sich
- Die
Gemeinde Neunkirchen geht in Berufung
mehr...
. Aktion Lichterkette
zum 600jährigen Marktrecht vom 23.
-25.1.10 gegen die Pläne von
O2.
- Schwäbisches
Dorf verhindert
O2-Mastaufbau
- BALTMANNSWEILER:
Empörte Bürger und
Bürgermeister König verhindern
das Aufstellen eines Mobilfunksenders.
Lesen Sie
dazu
mehr..
- Wien:
- Die
Stadt Wien vermietet seit 2001 Standorte
für Mobilfunkanlagen auf
städtischen Wohnhäusern nur nach
Vorlage einer Berechnung des
Netzbetreibers. In dieser muss dargestellt
sein, dass beim betroffenen Gebäude
und den Nachbargebäuden bei typischer
Anlagenauslastung 10 µW/m2 im
Innenraum unterschritten werden. Bei
Terrassen gilt dieser Wert auch im Freien.
Nach Angaben der Wiener Umweltanwaltschaft
wurden bis Juni 2005 rund 600 Anlagen nach
diesem Verfahren genehmigt. Insgesamt gibt
es in Wien ca. 1.900
Standorte.
- Brüssel:
- Das
Anliegen der Mobilfunkgesellschaften und
der Belgischen Bundesregierung die alten
Höchstgrenzen zu erhalten, wurde vom
Gericht abgelehnt und damit die neuen
gesetzlichen Vorgaben der Region
Brüssel für ganz Belgien
bestätigt.
- Drei
Volt pro Meter (3V/m) = 23.870 µW/m2
ist nun der neue gültige Grenzwert
für Belgien. In seiner Entscheidung
vom16.1.2009 hat das Verfassungsgericht
diesen Grenzwert bestätigt, der in
der Region Brüssel bereits am 15.
März 2009 in Kraft tritt. Ein
deutlicher Schritt vorwärts, die
Gesundheit vor Strahlung zu
schützen.
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Baltmannsweiler
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