UGL - Markt Egloffstein

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Die Gesundheitsproblematik in Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern
EU Parlament macht Druck
Entschließung des Europäischen Parlaments vom 2. April 2009 zu der Gesundheitsproblematik in Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern (2008/2211(INI)):
Ganz im Gegensatz zur Verharmlosungshaltung der nationalen Behörden fordert das Europäische Parlament u.a.:
1. Die weitere Erforschung der biologischen Wirkungen von elektromagnetischen Feldern:
Weitere Tests, vor allem um nicht-thermische Auswirkungen im Zusammenhang mit Funkfrequenzfeldern zu bewerten:
.....dass Kinder im Fall der Exposition gegenüber EMF besonders empfindlich sind,
.....dass die biologischen Wirkungen bei der Bewertung der potenziellen Auswirkungen von elektromagnetischer Strahlung auf die Gesundheit besonders berücksichtigt werden,
.... dass die potenziellen Gesundheitsprobleme aktiv erforscht werden, indem Lösungen entwickelt werden, die das Pulsieren und die Amplitudenmodulation der zur Übertragung verwendeten Frequenzen verhindern oder verringern.
2. Leitlinien für eine Netzplanung und Sicherheitsabstände:
.....dass die bestmöglichen Standorte für Masten und Sender gefunden werden, sowie dass Masten und Sender von den Betreibern gemeinsam genutzt werden, um nach Möglichkeit zu verhindern, dass mehr Masten und Sender an schlechten Standorten errichtet werden,
3. Aufklärung von Kindern und Jugendlichen im Handygebrauch und ein Werbeverbot:
.....einen Teil der für die Studien über EMF vorgesehenen Gemeinschaftsmittel für eine globale Kampagne zur Sensibilisierung der jungen Europäer für den vernünftigen Umgang mit Handys bereitzustellen".
4. Anerkennung der Elektrosensibilität als Behinderung:
.....fordert die Mitgliedstaaten auf, dem Beispiel Schwedens zu folgen und Menschen, die an Elektrohypersensibilität leiden, als behindert anzuerkennen, um ihnen einen angemessenen Schutz und Chancengleichheit zu bieten"
5. Schlusspunkt: Die Versicherungen und ihre „Vorsorge":
Das Parlament „ist in höchstem Maße besorgt über die Tatsache, dass die Versicherungsgesellschaften dazu tendieren, die Abdeckung der Risiken im Zusammenhang mit EMF aus den Haftpflichtversicherungen auszuschließen, was offensichtlich bedeutet, dass sich die europäischen Versicherer bereits nach ihrer Version des Vorsorgeprinzips richten".

Bereits im September 2008 wiesen Abgeordnete des EU-Parlaments in ihrer Zwischenbewertung des EU-Aktionsplans "Umwelt und Gesundheit 2004 - 2010" auf den internationalen Bericht von
"BioInitiative" hin. In ihm sind 2000 Studien zum Thema "Gesundheitsgefährdung durch elektromagnetische Felder" zusammengefasst. Darin wird die Gesundheitsgefährdung, verursacht durch Emissionen des Mobiltelefonverkehrs von Mobiltelefonen, Funkstandards wie UMTS, Wifi, Wimax und Bluetooth, sowie dem Schnurlostelefon DECT mit fester Basisstation, verdeutlicht. Das Europa-Parlament stellt in diesem Zusammenhang fest, dass Grenzwerte für die Exposition der Bevölkerung gegenüber elektromagnetischen Feldern (0Hz bis 300 GHz) nicht mehr aktuell sind, da sie seit 1999 nicht mehr angepasst wurden. Sie trügen damit weder der Entwicklung auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologien, noch den von der Europäischen Umweltagentur ausgesprochenen Empfehlungen oder den strengeren Emissionsnormen, die z.B. in Belgien, Italien oder Österreich festgelegt wurden, Rechnung. Auch würden sie dem Problem besonders schutzbedürftiger Gruppen, wie Schwangeren, Neugeborenen und Kindern, nicht gerecht. 522 Abgeordnete stimmten zu, 16 dagegen.
Belgien senkte seinen Grenzwert für Mobilfunkantennen auf drei Volt pro Meter (3V/m) = 23.870 µW/m2. Mehr siehe hier... Gemessene Strahlungswerte in Egloffstein siehe unten.
Oberer Berg in Egloffstein:
 
zum Vergrössern anklicken

Mobilfunkbasisstationen am Oberen Berg in Egloffstein
Am 6. Februar 2009, morgens gegen 8.30 Uhr, rollte ein Kranwagen (25Tonner) am "Oberen Berg" an, um weitere Ausbauten an der O2 Antenne vorzunehmen. Der Eigentümer der vorderen Einfahrt verweigerte dem Kranwagenfahrer jedoch die Durchfahrt, da er Schäden, u.a. an der Kanalisation, befürchtet.
Er informierte die Nachbarschaft, Bürgermeister Stefan Förtsch und Gemeinderätin Dr. Riedl . Als erste "Offizielle" vor Ort, bestärkte sie den Eigentümer in seiner Haltung. Auch Bürgermeister Förtsch unterstützte die Familie, da die Einfahrt mit einem Schild ausdrücklich auf 7,5 Tonnen beschränkt ist.
Die vom "Antennenhaus" gerufene Polizei informierte sich zuerst beim vorderen Eigentümer und beim Bürgermeister. Anschließend verhandelten die beiden Beamten mit Familie Meyer (rückwärtiges Antennenhaus) und O2. Der Mobilfunkbetreiber weigerte sich strikt, irgendeine Haftung bei Beschädigungen an der Einfahrt zu übernehmen. Die Polizei untersagte daraufhin die Nutzung der Einfahrt durch das schwere Gefährt. Gegen 10.30 Uhr verließ der Kranwagen den Oberen Berg. Zwei Arbeiter schafften dann mit einer Sackkarre einen neuen Schaltkasten zum "Antennenhaus".
Mittags fuhr ein 7,5 Tonnen -Kranwagen vor. Er passierte die Einfahrt und die Arbeiten an der Antenne wurden vorgenommen.
Im August 2007 stellte der Mobilfunkbetreiber O
2, auf dem Wohnhaus Egilolfstr.183, eine Mobilfunkbasisstation mit 3 Sektoren und einer Richtfunkantenne auf. Es ist die zweite Antenne neben dem D1-Masten auf dem gleichen Dach unmittelbar neben der Burg. Der Blick vom Zwickstein auf den Markt Egloffstein und seine Burg, ein selten schöner Anblick, ist dadurch grob verschandelt.
 
Die O2-Sektorantenne, im Bild rechts, ist seit Anfang Oktober 2007 in Betrieb und gibt zusätzlich zur T-Mobile-Basisstation, rund um die Uhr gepulste elektromagnetische Hochfrequenzstrahlung ins Wohngebiet "Oberer Berg" ab. Messwerte siehe unten.

Das Theo-Meyer-Anwesen liegt unterhalb des Wohngebiets "Oberer Berg". Die Antennen strahlen auf Wohnhöhe in das darüberliegenden Wohngebiet . Als O2, Ende Juli 07, vollendete Tatsachen geschaffen hatte, fegte ein Proteststurm über den "Oberen Berg". Die betroffenen Bürger gründeten Anfang August 07 eine Bürgerinitiative, die innerhalb kürzester Zeit 180 Unterschriften gegen die O2-Antenne sammelte. Sprecher der Initiatve sind Frau Dr. Emilie Riedl UGL-Gemeinderätin, Baron Albrecht Freiherr von und zu Egloffstein und Bernd Prütting.

Angeblich wurde Altbürgermeister Meier, laut O2, mit zwei Schreiben schon im April 2006 und nochmals im September 2006, also vor Vertragsabschluss, über das Bauvorhaben informiert. Die Einspruchsfrist, welche durch den Mobilfunkpakt II möglich ist und den Kommunen seit 2002 ein Mitspracherecht einräumt, verstrich aber ohne Reaktion seitens der Gemeinde. Der Altbürgermeister informierte weder die Gemeinderäte noch die Bürger, so wie es in anderen Gemeinden üblich ist. Christian Meier beteuert bis heute, dass er diese Schreiben nie erhalten hat.

Das Denkmalamt in Forchheim hatte zum damaligen Zeitpunkt keine Einwände gegen den O2-Masten (Schreiben liegt vor). Allerdings ruderte die Behörde im September 2007 (als der Mast bereits stand) zurück, denn bei einem Besichtigungstermin stellte man fest, dass die Masten zu nahe bei der denkmalgeschützten Burg stehen und eine baurechtliche Genehmigung hätte beantragt werden müssen. Familie Meyer wurde mit Fristsetzung Ende Oktober 2007 aufgefordert, die Antenne zu entfernen. O2, als Betreiber der Anlage, stellte daraufhin nachträglich einen Antrag auf baurechtliche Genehmigung bei der Denkmalbehörde. Nach über 14 Monaten Bedenkzeit erfolgte der Bescheid: Mit vielen "wenn und aber"- und "einerseits/andererseits"-Begründungen, beführwortete Amtsleiter Göller am 2.12.2008 den nachträglichen Antrag auf baurechtliche Genehmigung und damit den Standort der O2-Antenne.
Eine Ohrfeige für jeden Betrachter der markanten, über 800-jährigen Burg!

Bürgerinitiative "Oberer Berg":
 
Unter dem Motto "Warnung vor elektromagnetischem Feld" und "Sie können weitergehen - wir wohnen hier" macht die "Bürgerinitiative Oberer Berg" auf die dramatische Situation der Anwohner aufmerksam.
 
 Zur Eröffnung des Egloffsteiner Kulturweges 2008 stellte die Bürgerinitiative diese Mahntafel auf.
 

 

Gemeindliche Massnahmen:
Die UGL-Gemeinderäte Christiane Andresen und Niki Thäter und Alfons Beetz von der Affalterthaler Liste reichten Mitte August 2007 einen Eil-Antrag zur Mobilfunkantenne ein, der in der Gemeinderatsssitzung am 4.September in Affalterthal behandelt wurde ( Den Antrag können Sie hier nachlesen ). Bürgermeister Meier bestritt in der Sitzung vehement besagte Schreiben (von Christiane Andresen in Kopie von O2 erhalten und dann vorgelegt) erhalten zu haben. Der Gemeindrat beschloss einstimmig, dass unverzüglich Verhandlungen mit O2, wegen einer Standortverlegung, aufgenommen werden müssen und Firmenvertreter in die nächste öffentliche Sitzung eingeladen werden sollen. Auch dem Punkt "Prüfung und Einleiten der Inregressnahme auf Grund fahrlässigen Handelns des Verantwortlichen" wurde mehrheitlich vom Gemeinderat zugestimmt.
 
 "Antennenhaus" Egilolfstr. 183 mitten im Wohngebiet "Oberer Berg"
 
Die nächste Sondersitzung zum Thema fand am 16.10.07 im Gasthaus Schlossblick in Mostviel statt. In die Gemeinderatssitzung kam Thomas Lichtenberger als Vertreter von O2. Er ist der Referent für "Umwelt und Mobilfunk" bei O2 und kennt fast alle Einwände, Ängste und Proteste besorgter Bürger. Sie sind sozusagen sein täglicher Job. Als es konkret zur Sache ging und Christiane Andresen Herrn Lichtenberger auf eine Verlegung des Standortes ansprach, wurde schnell klar, dass die Firma O2 auf keinerlei Verhandlungen bzgl. Standortverlegung, auch in Hinblick auf ein nun eventuell eingeleitetes Rechtsverfahren mit der Denkmalschutzbehörde, eingehen wird. Der Standort wäre wahrscheinlich auch dann ausgewählt worden, so Lichtenberger, wenn die Gemeinde fristgerecht Einwände geltend gemacht hätte. Der Mobilpakt II lässt zwar Einspruch zu, aber für die Firma O2 ist dieser nicht bindend. Das Dach des Hauses Egilolfstr.183 ist für sie der beste Standort, weil von dort aus u.a. ein 1 km langer Teilabschnitt der Staatsstrasse bei Hammerbühl bestrahlt werden kann, was für durchfahrende O2-Handybesitzer wichtig sein soll. Der Standort ist für O2 wirtschaftlich am interessantesten und trägt zu einen flächendeckenden Mobilfunknetz bei, das schnellstmöglich angestrebt wird.
Nach Verabschiedung des O2-Referenten ging es dann zur Sache: Christiane Andresen, Niki Thäter und Alfons Beetz sahen es als erwiesen an, dass das grundlegende Versäumnis auf Seiten des Bürgermeisters liegt. Christiane Andresen stellte deshalb den Antrag, dass Bürgermeister Meier für entstehenden Kosten haftbar zu machen. Bürgermeister Meier wies die Versäumnisse weit von sich. Die Gemeinderäte entschieden dann, dass sie diesen Antrag in ca 4 Wochen in der nächsten öffentlichen Sitzung erneut stellen werden. Dem Bürgermeister soll damit nochmals die Möglichkeit gegeben werden, neue Erkenntnisse vorzubringen. Weiterhin beschloss der Gemeinderat, von einem unabhängigen Institut, am "Oberen Berg" Messungen durchführen zu lassen.
Am Donnerstag den 6.12.2007 wurden von der Firma EMCC Dr. Rasek aus Moggast, Messungen an verschiedenen Punkten im Ortsteil Egloffstein, durchgeführt. Wie der 2. Bürgermeister mitteilte, soll das Ergebnis mit Mitarbeitern des Instituts den Bürgern erläutert werden.
In einer offenen Gemeinderatssitzng am 15.1.08 erläuterte Herr Dipl. Ing. Sauerschell die Messergebnisse der Fa. EMCC Dr. Rasek. Er informierte auch darüber, dass zur Zeit der Messung nur drei der sechs beantragten und genehmigten O2-Sender in Betrieb waren und auch der E-Plus-Mast auf der anderen Talseite noch nicht arbeitete (er geht voraussichtlich im Mai 2008 in Betrieb). Die Messungen wurden nach den gesetzlichen Vorgaben ausgeführt und betreffen ausschliesslich die thermischen Werte. Wie erwartet blieben diese weit unter der gesetzlichen Höchstgrenze.
Wegen eines Sperrvermerks auf der CD der Firma EMCC und dem umfangreichen Datenmaterial, können nach Angaben der Verwaltung, die Daten auf der gemeindlichen Internetseite nicht veröffentlicht werden. Die Betroffenen erhalten auf Wunsch eine Fotokopie der jeweiligen Messwerte in der Gemeindeverwaltung.
Gemeinderatssitzung am 12.2. in Bieberbach: Nachdem das Landratsamt Forchheim aus Denkmalschutz-Gründen mit Fristsetzung 17.10.07, den Abbau des O2-Mastes gefordert hatte, reagierte O2 mit einem Antrag auf denkmalschützerische Erlaubnis. Begründung: die Antenne sei kaum wahrnehmbar und gleiche einem "filigranem Fahnenmast". Ausserdem wurde die danebenstehende D1 Antenne auch genehmigt und in der Nähe befindet sich eine Bogenlampe, die Strassenbeleuchtung in der Egilolfstrasse. Das Landratsamt forderte dazu nun eine Stellungnahme der Gemeinde. Die Gemeinderäte sahen das ganz anders als O2 und lehnten einstimmig ab. Eine 2. Stellungnahme von der Gemeinde forderte das Landratsamt zu den Anträgen der betroffenen Anlieger, zur Errichtung von Schutzzäunen direkt an den Hausfassaden. Sie sollen zur Abwehr und Minderung der täglich 24-stündigen Strahlenbelastung beitragen. Hier stimmten die Gemeinderäte einstimmig zu. Der Schutz der Bürger habe Vorrang. Am 21.02.08 wurde der Errichtung eines Schutzzaunes durch die Denkmalbehörde, genehmigt.
Bürgermeister Stefan Förtsch forderte O2 mit einem Schreiben vom 18.9.08 auf, den Mobilfunkmasten so wie schon vor einem Jahr gefordert , zu entfernen und bis dahin die Hauptstrahlrichtung so auszurichten, dass die Bewohner des "Oberen Berges" deutlich weniger belastet werden. Falls diese Veränderung nicht möglich ist, forderte der Bürgermeister den Betreiber auf, die Strahlenwerte so zu senken, dass sie den Empfehlungen der deutschen Ärztekammer entsprechen. Bis heute erhielt er keine Antwort.

Am 09.10.2008 informierten sich Karl-Heinz Igel (3.Bürgermeister), Christiane Andresen (UGL-Gemeinderätin), Rosi und Susanne Milke und Edgar Hofmann von der BI "Oberer Berg" in Aßling (30km südöstlich von München) bei einer Infoveranstaltung zum Thema "Mobilfunk". Es trafen sich ca 200 betroffene Bürger, Bürgermeister und Kreisräte, um sich von Medizin-, Rechts- und Verwaltungsexperten über die Möglichkeiten der Verhinderung von Mobilfunkmasten an exponierten Standorten, aufklären zu lassen. Fazit: Mobilfunkstrahlung ist schädlich und Gemeinden haben die Möglichkeit sich zu wehren, wenn sie rechtzeitig und geschlossen auftreten. Das wurde gerade am Beispiel Aßling deutlich, wo sich ein engagierter CSU-Bürgermeister, der seine Gemeinde geschlossen hinter sich hat, gegen die Firma O2 wehrt. "Exempla trahunt" sagt der Lateiner, d.h. Beispiele reissen Menschen mit, sich anzuschliessen. Die Beispiele gibt´s - also ans Werk. Die Referate gibt es als Downloads unter www.assling.de

In der letzten Sitzung des Jahres am 16.12.08 in Schlehenmühle, erstatteten Christiane Andresen und Karl-Heinz Igel dem Gemeinderat Bericht zum Informationsabend in Aßling. Frau Andresen zeigte in einer Computer-Präsentation die wichtgsten Erkenntnisse zu rechtlichen Möglichkeiten (Rechtsanwalt Frank Sommer, München), zum Gesundheitsrisiko durch Strahlenbelastung (Dr. med. univ. Gerd Oberfeld, Salzburg ) und zur Senkung der Belastung durch richtig gewählte Standorte und Ausrichtungen (Dipl.-Ing. Hans Ulrich-Raithel, Umweltinstitut München). Karl-Heinz Igel berichtete von seinem Gespräch mit Bürgermeister Werner Lampl und dem massiven Widerstand der Gemeinde Aßling. Danach beschrieb Frau Dr. Riedl Gesundheitsbelastungen bei Anwohnern am Oberen Berg , wie z.B. auftretende Schlafstörungen, Tinnitus und Hauterkrankungen. Sie sagte zu, genauere Studien mit Hilfe von Gesundheits-Fragebögen durchzuführen. Bürgermeister Förtsch verlas die Kopie des Briefes der Denkmalbehörde zur baurechtlichen Genehmigung der O2 Moblfunkantenne. Jedem im Raum war klar, dass all diese Problematiken im Vorfeld hätten geklärt werden müssen, was jedoch durch das verharmlosende Verhalten des Altbürgermeisters verhindert wurde. Das Gremium erteilte Frau Andresen und Herrn Igel den Auftrag weiter an der Sache dran zu bleiben. So soll Rechtsanwalt Frank Sommer in eine der nächsten Sitzungen eingeladen werden, damit alle rechtlichen Möglichkeiten gegen O2 ausgeschöpft werden können.

Gemeinderätin Christiane Andresen und 3. Bürgermeister Karl-Heinz Igel übergaben, am 29.1.09 in der Kanzlei "Meidert und Kollegen" in München Unterlagen für eine rechtliche Beurteilung unserer Situation. Anfang März kam die Bewertung von Rechtsanwalt Sommer für den Oberen Berg . Sie können Sie hier auf der Gemeindehomepage nachlesen .

Nach der derzeitigen Rechtslage scheinen betroffene Bürger und Gemeinden rechtlos zu sein. Eingeklagte Schäden, selbst gesundheitliche hätten nur dann Erfolg, wenn der Kläger zweifelsfrei nachweisen könnte, dass diese vom Beklagten ausgehen. Das Verursacher - und Vorsorgeprinzip ist damit völlig ausgehebelt. Die viel zu hohen Strahlungswerte sind durch die in Deutschland festgelegten hohen Grenzwerte, gesetzlich abgesichert! Unabhängig von dieser niederschmetternden Tatsache werden die "Oberen Berger" ihren Protest fortsetzen. Gesundheitliche Probleme wie Kopfweh, Ohrengeräusche, Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Hautausschläge treten inzwischen bei allen Bürgern auf, die in der unmittelbaren Umgebung der Sendemasten leben. Die längerfristigen Folgen sind nicht abzusehen.
 
Das Schreiben von Rechtsanwalt Sommer war am 7. April 2009 Tagesordnungspunkt in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates. Die BI "Oberer Berg" war mit ca. 15 Mitgliedern vertreten. Da die Gemeinde kaum rechtliche Möglichkeiten hat die Masten zu verhindern, konzentrierte sich der Gemeinderat auf die Empfehlungen des Rechtsanwaltes, für ein weiteres Vorgehen. Er empfiehlt zusammen mit einem Fachmann des Umweltinstituts München eine freiwillige Vereinbarung mit O2 zu Reduktion der Immisionsbelastung zu finden. Heinz Schäfer schlug vor, erneut auf das Denkmalamt zuzugehen, um die Verschandelung des Burgensembles wieder rückgängig zu machen. Ausserdem soll eine Gesprächsrunde mit Bürgermeister Förtsch, Dr. Emilie Riedl und den Antennenhaus-Eigentümern Meyer vereinbart werden.
 
In der Gemeinderatssitzung am 1. September 2009 im "Gasthof Zur Post" war das Thema "Mobilfunk" Punkt 1 der Tagesordnung. Bürgermeister Förtsch hatte sich im Juli 09 an das Umweltinstitut München e.V. gewandt . In seinem Antwortschreiben Ende Juli schlug nun das Institut ein sogenanntes Immissionsgutachten vor. Darin werden mit präzisen Berechnungen die derzeit bestehenden Ausrichtungen und Strahlungsmenge aufgezeigt. Dazu werden Alternativen entwickelt, die bei gleicher Wirkung (Handy-Empfang), eine geringere Belastung der Bewohner mit sich bringen. Auch werden Standortalternativen für das Gemeindgebiet aufgezeigt. Dies ist für die rasante Entwicklung auf dem Gebiet der Funkübertragungen von großer Bedeutung, denn die Gemeinde könnte sich auf Grund des Gutachtens vor weitereren unkontrolliert aufgestellten Antennen schützen (siehe Mobilfunkpakt). Das Umweltinstitut München e.V. ist führend auf dem Mobilfunk-Gebiet und konnte durch seine präzisen Berechnungen, trotz schwieriger Rechtslage, bei Gericht etliche Erfolge und Verbesserungen für die Betroffenen erreichen. Das Gutachten kostet, so wie vorgeschlagen, 5800 Euro, plus Nebenkosten.
Nach ausführlicher Diskussion konnte sich der Rat jedoch nicht auf das Angebot verständigen. Während Christiane Andresen, Dr. Emilie Riedl und Nikolaus Thäter dafür plädierten, zeigte sich bei etlichen Ratsmitgliedern Zweifel am Nutzen des Gutachtens. Auch der Vorschlag von Frau Andresen den Ausbau des Sitzungsraumes in der Gemeindeverwaltung, mit Kosten von 7000 Euro, zu Gunsten des Gutachten und der betroffenen Bürger zurückzustellen, half nichts. Daraufhin schlug Nikolaus Thäter, der die Sitzung in Vertretug von Stefan Förtsch (Urlaub) leitete vor, ein neues Angebot des Umweltinstitut einzuholen, das präziser auf die Situation in Egloffstein zugeschnitten ist, um darüber in der nächsten öffentlichen Sitzung nocheinmal zu beraten.*
Frau Dr. Riedl teilte in der gleichen Sitzung mit, dass das Treffen mit Familie Theo Meyer inzwischen stattgefunden hat. Neben Frau Meyer war ein Vertreter von O2 anwesend, für die Gemeinde Frau Dr. Riedl und Bürgermeister Förtsch. Die Antennenbetreiber machten im Gespräch klar, dass ein Abbau der Antenne nicht in Frage kommt. Die Laufzeit beträgt laut Vertrag 20 Jahre. Der Vertreter von O2 sagte lediglich zu, Unterlagen zur Strahlungsintensität, Ausrichtung und Standortbegründung an Bürgermeister Förtsch zu schicken.
 
Nach einem weiteren Gespräch Ende September, erklärte sich O2 laut Bürgermeister Förtsch bereit, den nach Norden sendenden Sektor der Antenne (es sind insgesamt 3 Sektoren) um 20° nach Osten zu drehen.
O2 begründet die Drehung mit einer Optimierung der Anlage, was die Sache genau auf den Punkt bringt. Denn etwa 20° östlich der Hauptstrahlrichtung Nord entstand auf Grund von Rodungsmaßnahmen am Wilhelmsfelsen, eine Baumlücke Richtung Tal. Der Mobilfunkbetreiber kann durch die Drehung des nördlichen Sektors nun, am dichten Wald vorbei, direkt in Richtung Mostviel und Schweinthal strahlen und erreicht, laut eigenen Angaben, damit auch den Rand Affalterthals. Eine Absenkung der Strahlenausgangsleistung, was technisch absolut möglich ist ohne den Handyempfang einzuschränken, lehnt O2 jedoch strikt ab. Aber genau diese Maßnahme hätte die betroffenen Bürger entlastet.
Zur besseren Anschauung, die Ausgangsleistung (Angaben von O2) vor- und nachher im Vergleich:
bei maximaler Auslastung: vor der Drehung: 208.980 µW/m2, nach der Drehung um 20° :166.500 µW/m2. Wenn man bedenkt, daß die Empfehlung der Bundes-Ärztekammer bei 1.000 µW/m2 liegt, ist der Wert der Maßnahme für die betroffenen Bürger erkennbar.
Am Nord-Sektor wurde, nach einer weiteren Anfrage von Bürgermeister Förtsch, am 19.3.2010, gearbeitet. Rein optisch ist danach keine Änderung erkennbarbar. Eine erneute Messung dürfte aber Auskunft geben. Fotos siehe hier.
* Ein neues Angebot für ein Gutachten vom "Umweltinstitut München", mit nur fünf statt neun Messpunkten (Kosten Euro 4800), wurde am 4. Mai 2010 vom Gemeinderat gegen die Stimmen von Christiane Andresen und Nikolaus Thäter abgelehnt. Dies war abzusehen, da zuvor keine Gelder im Haushalt 2010 von der Verwaltung eingeplant waren. Die Gemeinde hat nun die Chance vertan, bei bestehenden und zukünftigen Antennenprojekten (TETRA, UMTS, LTE), im Sinne ihrer Bürger entscheidend mitreden zu können. Wie Komunen verantwortlich handeln könnten, können Sie hier nachlesen.
 Messergebnisse Egloffstein 2007
Messeinheit ist die Leistungsdichte in Mikro-Watt (µWatt) pro m2. Der erste Wert ist der tatsächlich gemessene am 12.Dezember 2007. Der zweite Wert ist hochgerechnet und entspricht der Maximalleistung der Antennen. Bei der Messung am 12.12.2007 waren nur drei der sechs installierten O2-Sender in Betrieb. Die zum Zeitpunkt der Messung arbeiteten Sender waren im GSM-900-Bereich. Sie wurden inzwischen durch das Daten komprimierende Edge-System nachgerüstet.
 
Messpunkte
Standort
O2
T-Mobile
Vodafone
Gesamtbelastung

Messplatz 1

Egilolfstr.77, Terrasse

44.828,81

159.436,30

8.355,78

 59.353,20

10,10

29,02

53.194,69

218.818,52

Messplatz 2

Egilolfstr.76, Einfahrt

16.254,32

57.809,47

16.111,27

 63.239,27

5,12

29,02

 32.370,71

121.077,76

Messplatz 3

Egilolfstr.183b

14.061,97

50.012,23

6.723,87

39.014,61

159,12

402,53

20.944,96

89.429,37

Messplatz 4

Egilolfstr.176

9.934,02

35.330,92

1.673,81

11906,00

5,92

28,96

11.613,75

47.265,88

Messplatz 5

Rittergasse 80b,vorne

830,05

2.952,13

163,67

1.148,45

7,27

21,31

1.000,99

4.121,89

Messplatz 6

Rittergasse 80b,hinten

4.266,23

15.173,09

310,24

2.106,03

1,33

11,29

4.649,08

17.290,41 

Messplatz 7

Paradiesweg 168

365,31

1.299,37

136,07

963,97

0,17

0,56

502,11

2.263,90

Messplatz 8

Badstr. Schule

77,36

275,11

4,39

168,04

0,10

0,62

81,85

443,77

 
Die Strahlenbelastung ist seitdem für die Anwohner noch höher. 2008 ging der Sendemast von Vodafone, E-Plus und Telekom auf der gegenüberliegenden Talseite bei Affalterthal in Betrieb. Entfernung zum Wohngebiet "Oberer Berg" ca 500m auf gleicher Höhe. Hauptstrahlrichtung ist vorwiegend West (260° u. 280°), direkt auf das Wohngebiet.
Am 6. Juli 2010 wurde ein Antrag, für eine baurechtlichen Genehmigung zur Errichtung einer "BOS-Antenne" auf dem Mast, vom Gemeinderat einstimmig abgelehnt. Siehe hier. Ob damit die Errichtung vom Tisch ist, ist fraglich.
 
Höchstgrenzen und Empfehlungen im GSM 900-Bereich in µWatt/m2 im Vergleich:
Deutscher Grenzwert: 4.500.000 µW/m2
Italienischer Grenzwert: 100.000 µW/m2
Schweizer Vorsorgewert: 42.400 µW/m2
Belgischer Grenzwert: 23.870 µW/m2
Empfehlung Ecolog-Institut: 10.000 µW/m2
Empfehlung Bundes-Ärztekammer: 1.000 µW/m2
Empfehlung Katalyse-Institut Köln und Ökotest: 10 µW/m2
Grenzwerttabelle
Sendemast bei Affalterthal
 
 
  
Macht der Mobilfunk unsere Bäume krank?
Der Zeitungsbericht im Fränkischen Tag vom 8.8.09 soll nicht unbeantwortet bleiben.
Frau Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam von der Ärtzeinitiative „Bamberger Appell" weist in dem Artikel auf ganz signifikante Baumschäden im Strahlungsbereich von Mobilfunkmasten hin und folgert daraus, dass dies ein Indikator für die Schädlichkeit von hochfrequenter Strahlung ist, die durchaus auch für den Menschen gefährlich ist. Doch ausser Frau Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam sind sich die anderen im FT noch zu Wort kommenden Experten einig, dass hochfrequente Strahlung allgemein unbedenklich ist und Bäume auch so immer wieder einmal krank werden können........Mehr dazu lesen Sie hier
Übrigens Bürgermeister Förtsch fand den FT-Artikel so überzeugend, dass er ihn umgehend per Email
an alle seine Ratsmitglieder schickte.
 
Es geht auch anders:
Frankreich
In 16 teilnehmenden Städten soll in einer Testphase der Grenzwert auf 0,6 Volt je Meter (955 µW/m2) gesenkt werden. Die Testphase wird von der französischen Regierung koordiniert. Die Planung beginnt im Januar 2010.
Glasfaser und Ultra-Breitband, ein Beispiel aus Frankreich für die Welt
Installation eines Glasfaser Netzwerks in den französischen Departementen Drôme und Ardèche. Es werden keine neuen Wi-Fi oder WiMAX Antennen für die Netzabdeckung genutzt. Lesen Sie mehr ...
Neunkirchen am Brand wehrt sich
Die Gemeinde Neunkirchen geht in Berufung mehr... . Aktion Lichterkette zum 600jährigen Marktrecht vom 23. -25.1.10 gegen die Pläne von O2.
Schwäbisches Dorf verhindert O2-Mastaufbau
BALTMANNSWEILER: Empörte Bürger und Bürgermeister König verhindern das Aufstellen eines Mobilfunksenders. Lesen Sie dazu mehr..
Wien:
Die Stadt Wien vermietet seit 2001 Standorte für Mobilfunkanlagen auf städtischen Wohnhäusern nur nach Vorlage einer Berechnung des Netzbetreibers. In dieser muss dargestellt sein, dass beim betroffenen Gebäude und den Nachbargebäuden bei typischer Anlagenauslastung 10 µW/m2 im Innenraum unterschritten werden. Bei Terrassen gilt dieser Wert auch im Freien. Nach Angaben der Wiener Umweltanwaltschaft wurden bis Juni 2005 rund 600 Anlagen nach diesem Verfahren genehmigt. Insgesamt gibt es in Wien ca. 1.900 Standorte.
Brüssel:
Das Anliegen der Mobilfunkgesellschaften und der Belgischen Bundesregierung die alten Höchstgrenzen zu erhalten, wurde vom Gericht abgelehnt und damit die neuen gesetzlichen Vorgaben der Region Brüssel für ganz Belgien bestätigt.
Drei Volt pro Meter (3V/m) = 23.870 µW/m2 ist nun der neue gültige Grenzwert für Belgien. In seiner Entscheidung vom16.1.2009 hat das Verfassungsgericht diesen Grenzwert bestätigt, der in der Region Brüssel bereits am 15. März 2009 in Kraft tritt. Ein deutlicher Schritt vorwärts, die Gesundheit vor Strahlung zu schützen.
Baltmannsweiler
Weitere Seiten zum Thema Mobilfunk, O2, Informationen und Hintergründe, Schutzmassnahmen:
ProblemMobilfunk - neue wissenschaftliche Erkenntnisse - BioInitiative - DiagnoseFunkSchweiz - Kompetenzinitiative - BN.Mobilfunk - Netzwerk-Risiko-Mobilfunk - Bürgerwelle e.V.
 
Videos: WDR-Fernsehbeitrag - Mobilfunk Blutbild Gehirn - Mobilfunk Naila - Mobilfunk und Gesundheit - Mikrowellen
 
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Initiative"Der Mast muß weg!" - Bürgerinitiative Aßling - Esmog Hersbruck - Untersuchung Prof.em.Prof.Dr.med.habil.KarlHecht - Ärztemagazin Österreich - Pulsstrahlung.de -- Parlamentarische Anfrage - Informationsportal über Elektrosmog - http://www.elektrosmognews.de/ - http://www.iddd.de/umtsno/60krebs.htm - Mobilfunk+Gesundheit - Umweltinstitut München - ein offener Brief - BundesnetzagenturDatenbank

Abschirmmassnahmen - Abschirmmaterial - Abschirmplatten - Abschirmtapeten - ohne Elektrosmog wohnen


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