UGL - Markt Egloffstein

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 Im Vordergrund ein abgestorbener Nadelbaum (vermutlich eine Lärche), links dahinter eine schwer geschädigte Birke. Hinter dem abgestorbenen Baum eine Konifere deren Krone deutlich von der Mobilfunkantenne weg wächst. Dazwischen ein Laubbaum der nur noch mit verkürzten Ästen und kleinen Blättern dasteht. Die Bäume befinden sich auf verschiedenen Grundstücken. Die Aufnahme entstand in Nürnberg im August09. Foto Uta Hofmann

"Macht der Mobilfunk unsere Bäume krank?"

Frau Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam von der Ärtzeinitiative „Bamberger Appell" weist in einem Artikel im Fränkischen Tag vom 8.8.2009 auf ganz signifikante Baumschäden im Strahlungsbereich von Mobilfunkmasten hin und folgert daraus, dass dies ein Indikator für die Schädlichkeit von hochfrequenter Strahlung ist, die durchaus auch für den Menschen gefährlich ist. Doch ausser Frau Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam sind sich im FT die anderen noch zu Wort kommenden Experten einig, dass hochfrequente Strahlung allgemein unbedenklich ist und Bäume auch so immer wieder einmal krank werden können. Der Biologe Dr. Rainer Wolf vertritt sogar die These, dass, da derzeit „harte Daten" fehlen, schon die Angst vor Strahlung allein, physische Schäden hervorrufen könnte (natürlich nicht bei Bäumen sondern beim Menschen)! Herr Harbers von der Telekom sieht weit und breit keine Bäumenschäden (wen wundert´s) und Herr Emrich vom Bundesamt für Strahlenschutz verweist auf Langzeitstudien in der Nähe von Radio- und Fernsehsendern in der Schweiz und hebt die niedrige Sendeleistung der Mobilfunkmasten hervor. Der Vergleich von Äpfeln mit Birnen ist ähnlich.

Aber vielleicht ist das ja gewollt. Der Artikel im FT passt als Mosaikstein genau in die zur Zeit landesweit laufenden Beschwichtigungskampagnen zum Thema Mobilfunk . Die Mobilfunkindustrie macht mobil, Infostände werden aufgebaut und im Auftrag der Bundesregierung reist sogar das Amt für Strahlenschutz durchs Land und informiert in Veranstaltungen kommunale Träger und andere öffentliche Institutionen darüber, dass der Mobilfunk mit den derzeit gültigen Grenzwerten sicher ist. Eine Gesundheitsgefährdung kann nicht nachgewiesen werden.

Warum all der Aufwand? Warum wird gerade in Deutschland so nachhaltig der Eindruck erweckt, als wäre die Mobilfunkstrahlung unbedenklich? Könnte die Verharmlosung der Strahlungsproblematik damit zusammenhängen, dass der Staat mit 50 Milliarden Euro Lizenzgebühren, bezahlt von der Mobilfunkindustrie, mit im Geschäft ist und im nächsten Jahr weitere Frequenzen durch die Bundesnetzagentur versteigert werden?

In anderen Ländern sieht das nämlich ganz anders aus:
Drastische Grenzwertsenkung der hochfrequenten Strahlung z.B. in Belgien, Liechtenstein, in den Städten Salzburg, Wien und Venedig. Abbau von Mobilfunkmasten und Bauverbote bei Schulen und Kindergärten in Frankreich. Kein W-Lan an Schulen in England. Einführung von Vorsorgewerten in Italien und der Schweiz . Auch das Europäische Parlament sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert Nachbesserungen bei den hochfrequenten Technologien zum Schutz der Bevölkerung. Selbst China kündigt Massnahmen zur Senkung der derzeit gültigen Grenzwerte (sie entsprechen in etwa den unseren) an und Russlands Grenzwert liegt bei einem 10tel des deutschen Grenzwertes. Versicherungen weigern sich weltweit das Risiko von Mobilfunk zu versichern. Direktorin Prof. Jacqueline McGlade von der Europäischen Umweltagentur (EAU) fordert aufgrund der bestehenden Beweislage die Umsetzung des Vorsorgeprinzips ein.
Inzwischen gibt es über 2000 wissenschaftliche Studien (u.a. BioInitiative-Report), welche die schädlichen Wirkungen von hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung an Menschen, Tieren, Pflanzen und Zellen untersucht und beschrieben haben. Zum Beispiel werden Genstränge in den Zellen durch die Mobilfunkstrahlung buchstäblich zerschossen und müssen vom Körper immer wieder repariert werden. Allein im Gehirn haben wir an die 100 Milliarden Neuronen. Auch hier muss ständig repariert werden. Dass dabei Fehler auftreten ist ganz natürlich. Das Immunsystem ist dadurch schwersten Belastungen ausgesetzt, wodurch verschiedene, nicht eindeutig zuzuordnende Symptome auftreten. Daraus schliessen zu wollen, dass Mobilfunkstrahlung nicht krank macht, weil die Symptome nicht eindeutig sind, ist fahrlässig und gefährlich! Aber so wird gerade in Deutschland argumentiert.
 
Um nun wieder auf den Bericht im Fränkischen Tag zu kommen:
Herr Angerstein, sicher auch ein Experte auf diesem Gebiet, mahnt in seinem zusammenfassenden Kommentar: „Rationale Argumente werden rasch beiseite geschoben...... und..... bei hochfrequenter Strahlung sind Hysterie und Angst die falschen Ratgeber .....und.... Panikmache ist unverantwortlich".
Welch starke Worte Herr Angerstein! Da müssen sich die Wissenschaftler der vorliegenden Studien eigentlich entsetzt an den Kopf fassen und fragen: " Wie konnten wir nur solche Ergebnisse ermitteln? Hätten wir doch lieber erst die Herrn Experten vom Fränkischen Tag gefragt!"

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